Unter dem Motto, dass junge Menschen der Grundstein der Gegenwart und der Zukunft sind, brachte der Trainingskurs Community Conflict Transformation Through Youth Work 32 Jugendarbeiter:innen, Mentor:innen, Jugendleiter:innen und Facilitator:innen vom 11. bis 18. August 2023 nach Wien. Sie kamen aus Österreich, Kroatien, Frankreich, Griechenland, Ungarn, Italien, Polen, Rumänien und Spanien sowie aus Tunesien und Algerien.
Dieses einwöchige Training zum Kapazitätsaufbau half Jugendarbeiter:innen, zu aktiven Changemaker:innen und Multiplikator:innen zu werden, die jugendrelevante gesellschaftliche Konflikte in ihren Gemeinschaften transformieren können. Die Teilnehmenden lernten, wie das Konzept der sichtbaren und unsichtbaren Gewalt sie zu tragfähigen Lösungen führen kann, wie man gesellschaftliche Probleme analysiert und wie man lokale Initiativen gestaltet und umsetzt.
Von Konzepten zu Werkzeugen
Zu Beginn des Trainings definierten und diskutierten die Teilnehmenden Begriffe wie Konflikt, Gewalt, Frieden und Solidarität. Darauf folgte ein theoretischer Input zu sichtbarer und unsichtbarer Gewalt als Ansatz, um gesellschaftliche Konflikte zu analysieren und konstruktive Antworten darauf zu finden.
Im Laufe der Tage übten die Teilnehmenden Analysemodelle wie den Problembaum, das Akteursmapping, das PIN-Modell und die Zeitleiste. Rollenspiele, Szenarien, Simulationen und Lernspiele hinterließen großen Eindruck, vor allem weil sie Kommunikation als zentrale Kompetenz der Konflikttransformation erfahrbar machten.
Eigene Initiativen entwerfen
In den letzten Tagen ging es darum, die Theorie in die Praxis umzusetzen. Die Teilnehmenden legten ein lokales Problem fest, das sie verändern wollten, und entwarfen nach einem Brainstorming in Ländergruppen Projekte mit konkreten Umsetzungsplänen. Das EMOTiC-Team unterstützte die Gruppen auch nach dem Training weiter.
Neben neuem Wissen entstand unter den Teilnehmenden eine starke Verbundenheit. Die Vielfalt an Kulturen, Sprachen, Geschlechtern und beruflichen Hintergründen bereicherte das Training, das in einer inklusiven und lebendigen Atmosphäre stattfand.
Folgewirkungen in 10 Ländern
Die neu entworfenen Initiativen wurden online und offline in 10 Ländern umgesetzt und erreichten mehr als 200 junge Menschen und Jugendarbeiter:innen. Einige Aktivitäten liefen auch danach weiter.
„Das war mein erster Trainingskurs, aber sicher nicht mein letzter! Ich habe so viele wunderbare Menschen aus der ganzen Welt kennengelernt, bin persönlich gewachsen und mit mehr Bewusstsein für das aktuelle europäische Geschehen nach Hause zurückgekehrt. Würde ich dieses Abenteuer allen empfehlen? Auf jeden Fall.“Adele, Italien
Weil wir überzeugt sind, dass Interkulturalität im Kern der Konflikttransformation steht, haben wir dank der Anna Lindh Foundation und ihres Programms ALFinMOTION zwei zusätzliche Teilnehmende aus Algerien und Tunesien eingebunden. Ihre Perspektiven machten die Diskussionen noch konstruktiver.






