Alle News
Publikation 14. Juni 2025 3 Min. Lesezeit

Healing Dragons in Wien: Wie junge Menschen in Österreich vom Reden zum Handeln für psychisches Wohlbefinden kamen

Illustration aus dem Handbuch Healing Dragons

Am 15. März 2025 holte unser RECOVER-Projektteam 15 junge Menschen im Alter von 18 bis 23 Jahren und fünf Jugendarbeiter:innen in einem hellen Gemeinschaftssaal in Wien zu einem eintägigen, partizipativen Workshop über psychische Gesundheit zusammen. Angeleitet vom kreativen Handbuch Healing Dragons und beflügelt von bunten Markern, Drachen aus Ton und offenen Gesprächen erkundete die Gruppe ihre persönlichen „Drachen“ (Stressfaktoren), tauschte Strategien aus, um sie zu zähmen, und ging mit konkreten Aktionsplänen nach Hause. Die ganze Geschichte ist jetzt in unserem neuen Nationalen Kurzbericht Österreich festgehalten, und die folgenden Highlights zeigen, warum dieses Pilotprojekt wichtig ist.

Warum wir den Workshop durchgeführt haben

  • Wachsender Bedarf: Laut österreichischen Umfragen fühlen sich nur 7 % der jungen Menschen „glücklich und zufrieden“, während fast die Hälfte ihre emotionale Gesundheit als negativ einschätzt.
  • Akuter Druck: Überlastung in Schule und Studium, Vergleichsspiralen im Netz und ein Gefühl der Machtlosigkeit führen die Liste der alltäglichen Stressfaktoren an.
  • Ziel von RECOVER: Jugendarbeiter:innen mit praktischen, jugendzentrierten Werkzeugen ausstatten und jungen Menschen echte Verantwortung für ihren eigenen Weg zu mehr Wohlbefinden geben.

Was an einem Tag geschah

Einheit 1

Vertrauen aufbauen

Den Ton setzen und gemeinsam Grundregeln festlegen.

Anonyme „Drachen“-Zettel brachten gemeinsame Herausforderungen ans Licht und sorgten sofort für Empathie.

Einheit 2

Selbstanalyse

Persönliche Drachen zeichnen oder formen und darüber reflektieren.

Ein Galerierundgang brachte mutige Geschichten über Selbstzweifel, Einsamkeit und Prüfungsangst hervor.

Einheit 3

SWOT und Lösungen

Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken erfassen und dann Lösungen sammeln.

Drachen auf Haftnotizen füllten die Flipcharts mit Ideen, von Peer-Kreisen an der Uni bis zum Entlarven von Mythen auf TikTok.

Einheit 4

Reflexion und Versprechen

Ein persönliches „Heldenversprechen“ schreiben und den Tag auswerten.

Das Zufriedenheitsthermometer zeigte 9–10 von 10, und die WhatsApp-Gruppe #HealingDragonsAT wurde gegründet.

Fünf schnelle Ergebnisse

  1. Mehr Selbstwahrnehmung: 90 % fühlten sich danach sicherer, über psychische Gesundheit zu sprechen.
  2. Ein neues Peer-Netzwerk: Die Teilnehmenden gründeten noch vor dem Verlassen des Veranstaltungsorts einen WhatsApp-Chat, um sich gegenseitig zu unterstützen.
  3. Das Toolkit bewährt sich: Jugendarbeiter:innen nahmen Übungen aus Healing Dragons mit in ihre Einrichtungen und Schulen.
  4. Aktionspläne werden umgesetzt: Eine Person hat einen Beratungstermin vereinbart, eine andere wirbt für einen Club für psychische Gesundheit an ihrer Uni.
  5. Politisches Potenzial: Die Erkenntnisse fließen direkt in die Empfehlungen zur österreichischen Jugendgesundheitsstrategie ein, die im Bericht enthalten sind.

Stimmen, die uns in Erinnerung geblieben sind

„Ich kam skeptisch und ging mit Hoffnung nach Hause, und mit echten Freund:innen, die nachfragen, wie es mir geht.“
„Weil ich mehr zugehört als geredet habe, habe ich gesehen, womit junge Menschen wirklich zu kämpfen haben. Diese Methoden nehme ich mit nach Hause.“ Ein:e Jugendarbeiter:in

Diese und viele weitere Stimmen erinnern uns daran, dass sichere Räume und Kreativität zu Gesprächen führen, die echte Durchbrüche bringen.

Wie geht es weiter?

  • Ausweitung: den Workshop in Graz und Linz wiederholen, mit Teilnehmenden aus Wien als Co-Moderator:innen.
  • Peer-Kreise: monatliche Treffen unterstützen, die von der ursprünglichen Gruppe organisiert werden.
  • Positionspapiere: die Ergebnisse des Berichts mit Schulen, Gemeinden und nationalen Stellen für Jugendgesundheit teilen.
  • Digitale Reichweite: #MyHealingDragon auf Instagram und TikTok starten, um den Dialog lebendig zu halten.

Den vollständigen Bericht lesen und teilen

Neugierig auf die ausführliche SWOT-Analyse, die Reflexionen der Moderator:innen und den Ablauf Schritt für Schritt? Lade den vollständigen Nationalen Kurzbericht Österreich und Healing Dragons: Handbuch für Jugendarbeiter:innen herunter und sieh selbst, wie partizipative, von jungen Menschen getragene Methoden Gespräche über psychische Gesundheit verändern können. Du kannst sie gerne zitieren, anpassen und selbst anwenden. Wir freuen uns zu hören, wie deine Gemeinschaft ihre Drachen heilt!

Healing Dragons: Handbuch für Jugendarbeiter:innen, EnglischPDF, 12,73 MB Nationaler Kurzbericht ÖsterreichPDF, 615 KB

Gemeinsam können wir vom Schweigen zur Unterstützung kommen, ein kreatives Gespräch nach dem anderen.

Kofinanziert von der Europäischen Union

Dieses internationale Projekt wird mit Unterstützung der Europäischen Union im Rahmen des Programms Erasmus+ umgesetzt. Koordiniert wird es von Zdrowy Kształt Życia S.C. (Polen), gemeinsam mit Partnerorganisationen aus Österreich, Kroatien und Lettland.

Projektnummer: 2024-1-PL01-KA220-YOU-000243430

Erasmus+ Wohlbefinden Publikationen

Weitere Beiträge

Publikation, 10. Februar 2026RECOVER: Methoden für die psychische Gesundheit junger Menschen Bericht, 19. März 2025Unsere inneren Drachen besiegen: Wie ein eintägiger Workshop in Wien jungen Menschen half, über psychische Gesundheit zu sprechen Bericht, 20. März 2025SDGs Intelligence: Von Jugendlichen geführte Dialoge für eine nachhaltige Zukunft