Der Trainingskurs, koordiniert von Ukrainer in Bonn e.V. in Deutschland und ausgerichtet von EMOTiC in Wien, brachte 30 Jugendarbeiter:innen und Jugendleiter:innen im Alter von 24 bis 35 Jahren aus neun Ländern zusammen: Österreich, Kroatien, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Rumänien, Serbien, der Slowakei und Slowenien. Die Teilnehmenden lernten über non-formale Bildung, durch sie und für sie: Sie erkundeten ihre Methoden, Werkzeuge und Theorien und setzten sie anschließend in die Praxis um.
Warum dieser Kurs
Dieser Erasmus+ Trainingskurs reagierte auf den dringenden Bedarf, die Qualität der Jugendarbeit in Europa zu steigern. Die Pandemie, wirtschaftlicher Druck und der Krieg in der Ukraine haben das Arbeitsfeld geschwächt: Viele qualifizierte Jugendarbeiter:innen wurden verdrängt, während unerfahrene Neueinsteiger:innen in die Arbeit gedrängt wurden. Dadurch ist eine Kluft entstanden zwischen der Zahl der Jugendinitiativen und der Qualität des Lernens, das sie bieten.
Was wir uns vorgenommen hatten
Die Ziele bestanden darin, ein gemeinsames Verständnis für den Wert non-formaler Bildung in der Jugendarbeit zu schaffen, Kompetenzen in Moderation, Lernprozessen und interkulturellem Engagement zu stärken, praktische Werkzeuge für hochwertige Jugendaktivitäten anzubieten, die Ressourcen von Erasmus+ in die tägliche Jugendarbeit zu bringen und neue Kompetenzen durch interkulturelle Praxis und Peer-Austausch zu erproben.
Von der Theorie zur Praxis
Die Woche führte Schritt für Schritt von der Theorie zur Praxis. Nach Teambuilding und einem Blick auf die Situation in den einzelnen Ländern wurden die Teilnehmenden in die non-formale Bildung und ihre Methoden eingeführt. Workshops widmeten sich dann individuellen Bedürfnissen, der Rolle und den Kompetenzen von Moderator:innen, Trainer:innen und Jugendarbeiter:innen, erfahrungsbasiertem Lernen und den Prinzipien non-formaler Bildung, ergänzt durch Modelle wie Kolbs Lernzyklus, Maslows Bedürfnishierarchie, Blooms Taxonomie und Feedback-Modelle. Weitere Einheiten befassten sich mit der Kraft des Briefings und der Kunst des Debriefings, mit Werten und Ethik in Bildungsaktivitäten sowie mit dem Umgang mit Konflikten und Risiken.
Eine Methodenmesse zur non-formalen Bildung und eine Einheit zu Programmgestaltung und Methodenwahl bereiteten den Boden für einen ganzen Praxistag, an dem alle Teilnehmenden eine kleine Lernaktivität entwarfen und erprobten, gefolgt von Reflexion und Peer-Feedback. Jeder Tag endete mit einer Reflexionszeit, und an den Abenden gab es interkulturelle Gespräche und eine Abschiedsparty. Die Gruppe wohnte und trainierte im Jugendgästehaus Wien Brigittenau, wo Unterkunft, Verpflegung und Seminarraum unter einem Dach waren.
Das Gelernte mitnehmen
Am letzten Tag arbeiteten die Teilnehmenden an einer zukunftsorientierten Roadmap und daran, das Gelernte in die lokale Jugendarbeit zu übertragen. Alle reisten mit einem eigenen lokalen Aktionsplan ab, und die Trainer:innen begleiteten dessen Umsetzung in der Nachbereitungsphase im Oktober und November 2025.
Längerfristig wollten die Partner ein transnationales Netzwerk qualifizierter Jugendarbeiter:innen, eine gemeinsame Materialbroschüre zur non-formalen Bildung und Folgeinitiativen für eine nachhaltige, inklusive und innovative Jugendarbeit aufbauen. So trug der Kurs zu den Zielen von Erasmus+ bei: lebenslanges Lernen, interkulturelles Verständnis, aktive Bürgerschaft und die Anerkennung non-formalen und informellen Lernens, insbesondere für junge Menschen mit geringeren Chancen.