Vom 18. bis 25. August 2023 empfing EMOTiC in Wien 30 Jugendarbeiter:innen im Alter von 20 bis 30 Jahren aus acht Ländern: Österreich, Kroatien, Griechenland, Ungarn, Lettland, Nordmazedonien, Polen und Rumänien. Ecological Future Education (Lettland) koordinierte das Projekt, EMOTiC war Partner und Gastgeber. Weitere Partnerorganisationen waren Active Green Solution (Griechenland), Culture Clash Croatia, Szatyor Egyesület (Ungarn), CET Platform (Nordmazedonien), Innowatorium Foundation (Polen) und Asociația Kasta Morrely (Rumänien).
Wer kümmert sich um die, die sich kümmern?
Europa steht vor Herausforderungen, die das soziale, persönliche und berufliche Leben junger Menschen berühren: soziale Ausgrenzung im Zusammenhang mit politischen Spannungen, gesundheitliche Probleme, die durch die COVID-19-Pandemie verschärft wurden, und wirtschaftlicher Druck durch Inflation und Umweltzerstörung. All das hat die psychische Gesundheit und die Inklusion junger Menschen ebenso beeinträchtigt wie die von Jugendarbeiter:innen. Das Projekt stellte die Frage, wer zuerst Fürsorge erhalten sollte, und gab die Antwort: Jugendarbeiter:innen brauchen die richtigen Werkzeuge und Unterstützung, bevor sie gut für andere sorgen können.
Erfahrungsbasierte Outdoor Education
Der Trainingskurs führte Jugendarbeiter:innen in die erfahrungsbasierte Outdoor Education (Experiential Outdoor Education, EOE) ein, die Herausforderungen im Freien nutzt, um persönliches Wachstum und Gruppenentwicklung durch authentische Erfahrungen, Interaktion in der Gruppe und Selbsterkundung zu fördern. Vom Projekt zitierte Studien bringen EOE mit weniger Stress, mehr Motivation und stärkerem Engagement für die Umwelt in Verbindung. Das ist wichtig nach einer Pandemie, die viele junge Menschen verängstigt und übermäßig digitalisiert zurückgelassen hat. EOE vermittelt außerdem Werte, die gut zur Jugendarbeit passen, etwa nachhaltiges Leben, Respekt vor der Natur und den Schritt aus der eigenen Komfortzone.
Outdoor Education für alle
Für das Projekt sollte Outdoor Education allen offenstehen. Der Kurs wollte EOE so neu einführen, dass Sicherheit und Wohlbefinden an erster Stelle stehen, Menschen, die starker körperlicher Belastung nicht gewachsen sind, nicht ausgeschlossen werden und leicht zugängliche Orte wie öffentliche Höfe, Gemeinschaftsgärten und Nationalparks genutzt werden. Ziel war es, der Jugendarbeit zu helfen, auf komplexe Themen wie Klimawandel, psychische Gesundheit und Ausgrenzung zu reagieren.
Das Programm
Die Teilnehmenden setzten sich mit Jugendthemen wie Ausgrenzung, psychischer Gesundheit und Klimaangst und mit der Rolle der Jugendarbeit bei deren Bewältigung auseinander, danach mit den Grundsätzen, Theorien und Methoden der Outdoor Education. Aktivitäten zu Teamarbeit, Inklusion und Wohlbefinden mündeten in eine Exkursion in die Natur, Einheiten zur Wiederverbindung mit der Natur und einen Outdoor-Education-Hackathon. In den letzten Tagen entwickelten und erprobten die Teilnehmenden eigene kleine Outdoor-Aktivitäten.
Reflexionszeiten, Einblicke in die Realitäten der einzelnen Länder und interkulturelle Abende gehörten zum Lernprozess, und alle Teilnehmenden erhielten ein Youthpass-Zertifikat. Die nationalen Teams erarbeiteten einen lokalen Aktionsplan, und das Projektteam unterstützte jede Gruppe dabei, ihre Folgeinitiative zwischen August und Dezember 2023 umzusetzen, als festen Bestandteil des Trainings selbst.
Die Projektbroschüre
Die Projektbroschüre ist ein praktischer Leitfaden zur Outdoor Education: warum sie wichtig ist, wie junge Menschen ihre Freizeit verbringen, ihre Geschichte und Werte, Materialien, Nutzen und mögliche Probleme, Orte für Outdoor-Aktivitäten in Europa, Spiele zum Lernen im Freien sowie Reflexionsaktivitäten. Projektbroschüre herunterladen (PDF auf Englisch, 1,7 MB).
Dieses internationale Projekt wurde über die lettische Nationalagentur vom Programm Erasmus+ der Europäischen Union kofinanziert. Koordiniert wurde es von Ecological Future Education (Lettland), EMOTiC war Partner und Gastgeber.
Partner: Active Green Solution (Griechenland), Culture Clash Croatia (Kroatien), Szatyor Egyesület (Ungarn), CET Platform (Nordmazedonien), Innowatorium Foundation (Polen), Asociația Kasta Morrely (Rumänien).
Projektnummer: 2023-1-LV02-KA153-YOU-000148138