Der Trainingskurs wurde von der Arab Organisation of Diplomacy (AOD) in Wien koordiniert, EMOTiC war eine der Partnerorganisationen. Er brachte 30 Jugendarbeiter:innen im Alter von 20 bis 30 Jahren aus Algerien, Österreich, Ägypten, Frankreich, Deutschland, Italien, Jordanien und Tunesien zusammen. Zu den Partnerorganisationen gehörten außerdem INNOVA Academy (Algerien), Cultures du Monde (Tunesien), EPEKA, ICSE & co. (Italien), MOMENTUM (Ägypten) und United Religions Initiative (Jordanien).
Warum Friedensförderung
Junge Menschen sind das Fundament der Gegenwart und der Zukunft, doch Konflikte in vielerlei Form nehmen zu, untergraben ihr Potenzial und können sogar ihre grundlegende Teilhabe am gesellschaftlichen Leben verhindern. Jugendarbeiter:innen stehen oft an vorderster Front, wenn sie mit vielfältigen und marginalisierten jungen Menschen arbeiten, doch die gängigen Ansätze bereiten sie selten auf die Machtstrukturen hinter Ungleichheit oder auf den Umgang mit Konflikten in ihrer täglichen Arbeit vor. Dieser Erasmus+ Trainingskurs bot einen emanzipatorischen Ansatz, der diese Strukturen hinterfragt, statt sie hinzunehmen.
An echten Problemen vor Ort arbeiten
Die Teilnehmenden lernten, Probleme in ihrem Gemeinwesen zu analysieren und Initiativen zu entwickeln und umzusetzen, die ein Problem an der Basis angehen. Jede Person wählte ein Thema, das ihre lokale Gesellschaft betrifft, ob ökologisch, sozial, zivilgesellschaftlich oder politisch: von Inklusion, Bildung, Digitalisierung, Menschenrechten, Gender und Diskriminierung bis zu Armut, Beschäftigung, Nachhaltigkeit und Klimawandel. Alle Themen wurden über den Rahmen sichtbarer und unsichtbarer Gewalt und über gemeinsame Konzepte wie Frieden und Transformation erschlossen, um Lösungen zu finden und Kompetenzen für eine konstruktive Transformation aufzubauen.
Das Programm
Das Programm führte vom Verständnis von Gewalt und der Auseinandersetzung mit Gewaltfreiheit über Solidarität als Mittel gegen Gewalt sowie emotionales und kognitives Bewusstsein bis hin zu Kommunikation als Werkzeug für Transformation. Anschließend lernten die Teilnehmenden Methoden der Konfliktanalyse kennen und wandten sie auf einen eigenen Konflikt an, bevor sie Ideen entwickelten, Initiativen zur Konflikttransformation gestalteten und an strategischer Planung, Monitoring und Evaluation arbeiteten. In Open-Space-Einheiten war Raum, eigene Beiträge einzubringen.
Das Programm führte die Gruppe außerdem bewusst über den Seminarraum hinaus, mit Studienbesuchen beim Amtssitz der Vereinten Nationen in Wien und im Multimediazentrum Europa Experience. Tägliche Reflexionszeiten, ein interkultureller Abend und eine Abschiedsfeier ließen die Gruppe zusammenwachsen.
Lokale Initiativen
In nationalen Teams entwickelten die Teilnehmenden lokale Initiativen gegen die Marginalisierung und soziale Ausgrenzung junger Menschen, etwa Workshops, Webinare, digitale Kampagnen oder Interviewreihen. Jedes Team stellte sein Problem, seine Lösung und seine Interventionsstrategie vor und erhielt Feedback, bevor es seinen Plan mit nach Hause nahm.
Nach dem Training wurden die Teams dabei unterstützt, ihre Initiativen zwischen Dezember 2025 und Februar 2026 umzusetzen. Diese lokalen Folgeaktivitäten waren ein fester Bestandteil des Kurses. Die Partnerorganisationen wollten außerdem einen kompakten Trainingsleitfaden für den Einsatz auf lokaler Ebene zusammenstellen und die Verbindungen zwischen formaler Bildung, non-formalem Lernen, gesellschaftlichem Engagement und sozialem Wandel stärken.
Dieses internationale Projekt wurde mit Unterstützung der österreichischen Nationalagentur OeAD im Rahmen des Programms Erasmus+ der Europäischen Union umgesetzt. Koordiniert wurde es von der Arab Organisation of Diplomacy (AOD) in Wien, mit EMOTiC als Partnerorganisation.
Partner: INNOVA Academy (Algerien), Cultures du Monde (Tunesien), EPEKA, ICSE & co. (Italien), MOMENTUM (Ägypten), United Religions Initiative (Jordanien).
Projektnummer: 2024-3-AT01-KA153-YOU-000282941