Wie bereiten wir uns auf etwas vor, von dem wir nicht wissen, dass es kommt? Und welche Instrumente helfen uns, nicht nur bestehende, sondern auch neu entstehende Herausforderungen anzugehen? Aus diesen Fragen entstand das Programm Future PolicyShapers, das zwischen November 2021 und Februar 2022 an acht Tagen im International Institute for Peace in Wien stattfand.
28 junge Führungspersönlichkeiten aus Wien arbeiteten mit Hingabe und Mut gemeinsam auf gesellschaftlichen Wandel hin und lernten dabei öffentliches Sprechen, Verhandeln, Recherche und die Entwicklung politischer Maßnahmen. Diese Fähigkeiten lassen sich in jedem Bereich anwenden und helfen jungen Menschen, besser zu kommunizieren, die Ziele ihrer Gruppe zu erreichen und neue politische Maßnahmen zu gestalten.
Verhandeln lernen
Das Training begann mit zwei intensiven Einheiten, in denen die Teilnehmenden einander kennenlernten und sich mit dem Verhandeln beschäftigten: mit seinen Abläufen, seinen wichtigsten Merkmalen und den verschiedenen Typen von Verhandelnden. Simulationsspiele setzten die Theorie in die Praxis um. Außerdem lernten die Teilnehmenden Model-United-Nations-Simulationen sowie die Arbeit des Europarats und der Europäischen Jugendstiftung kennen. Der Teamgeist wuchs schneller als erwartet.
Eine erste Resolution zum Klima
Danach folgte eine vorbereitende Konferenz zu gemeinsamen Maßnahmen der EU gegen den Klimawandel und für Nachhaltigkeit. Alle Teilnehmenden reichten ein Positionspapier für das ihnen zugeteilte Land ein und legten gemeinsam einen Resolutionsentwurf vor. Wegen der COVID-19-Maßnahmen musste dieser Teil online stattfinden, und trotzdem lief er besser als erwartet.
Die Modellkonferenz zu demokratischen Institutionen
Als sie sich endlich wieder persönlich trafen, nahmen die Teilnehmenden an einer dreitägigen Konferenz zum Thema „Das Recht auf Privatsphäre und Cybersicherheit im digitalen Zeitalter und in Krisenzeiten“ teil und simulierten dabei den Ausschuss der Europäischen Union für Bürgerrechte. Die Verhandlungen waren hitzig, aber konstruktiv. Die unterschiedlichen Hintergründe, Kulturen und Studienrichtungen der Teilnehmenden machten die Debatten wirklich interdisziplinär, und im strukturierten Dialog lernten sie, tragfähige und innovative politische Maßnahmen zu gestalten. Eine zweite Resolution wurde vereinbart und per Abstimmung angenommen.
Den Abschluss des Programms bildete eine offene Diskussion mit zwei Gästen aus der Politik, Frauen mit praktischer Erfahrung in diesen Themen. Danach taten sich die Teilnehmenden für vier Folgeinitiativen zu Cybersicherheit und zum Recht auf Privatsphäre zusammen, aus denen zwei Sensibilisierungsvideos, ein Poster und ein Flyer hervorgingen.
„Dieses Training war eine großartige Gelegenheit, mit einer Gruppe faszinierender Menschen in einem geschützten Rahmen, der Fehler und persönliches Wachstum zuließ, an Themen zu arbeiten, die für das Leben aller von großer Bedeutung sind!“Chris Breitenfeld





